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Hochschullehre

Feedback in der Hochschullehre – warum Haltung wichtiger ist als ein Modell

VonDennis Sawatzki2 Min. Lesezeit
Inhalt · 4 Abschnitte
  1. Das Sandwich-Feedback – vier Schichten, ein Problem
  2. Haltung statt Verpackung
  3. Feedback als Lernchance
  4. Fazit: Feedback in der Hochschullehre – warum Haltung wichtiger ist als ein Modell

Feedback ist ein fester Bestandteil des Hochschulalltags: Dozierende geben Rückmeldungen an Studierende, Tutor:innen begleiten ihre Kommiliton:innen, Kolleg:innen diskutieren über Forschungsprojekte und Lehrkonzepte. Der Begriff mutet geradezu selbstverständlich an – und wird doch häufig falsch verstanden resp. verwendet.

Viele setzen Feedback mit Kritik gleich oder greifen ausschließlich auf formale Modelle zurück. Doch so verengt gedacht, verliert Feedback seine eigentliche Wirkung: Lernprozesse zu fördern und Verständigung zu ermöglichen.

Das Sandwich-Feedback – vier Schichten, ein Problem

In vielen Lehrbüchern wird Feedback als Sandwich-Modell vermittelt. Es besteht aus vier Schichten:

  • Stärken benennen – ein positiver Einstieg soll Vertrauen schaffen.
  • Schwächen aufzeigen – hier folgt die eigentliche Kritik.
  • Anregungen geben – Tipps, wie es besser laufen könnte.
  • Lob aussprechen – am Ende wieder etwas Positives.

Die Methode will Kritik „einbetten“, um Abwehrreaktionen zu verhindern. Klingt plausibel – in der Praxis entsteht jedoch oft das Gegenteil: Die Empfänger:innen spüren, dass das Lob nur als „Verpackung“ dient. Die Rückmeldung wirkt dann unter Umständen künstlich und wenig glaubwürdig. Genau deshalb gilt: Ein Sandwich-Feedback ist kein echtes Feedback.

Haltung statt Verpackung

Feedback entfaltet Wirkung nicht durch das richtige „Rezept“, sondern durch die Haltung der Lehrenden. Entscheidend ist, ob Rückmeldungen wertschätzend, transparent und entwicklungsorientiert sind. Wer nur formale Modelle abspult, erreicht selten nachhaltige Lernprozesse.

Sprache entscheidet über Wirkung

Ebenso wichtig wie die Haltung ist die Sprache. Feedback, das respektvoll formuliert ist, öffnet Räume für Dialog. Feedback, das pauschal verurteilt, verschließt sie. Beispiele:

  • Statt „Das haben Sie falsch gemacht.“ → „Hier können Sie noch einen Schritt weitergehen.“
  • Statt „Das war nicht ausreichend.“ → „Mit X könnten Sie Ihre Argumentation noch klarer machen.“

Sprache lenkt die Wirkung – hin zu Wachstum oder Blockade.

Feedback als Lernchance

Wenn Haltung und Sprache zusammenkommen, wird Feedback zu mehr als einer bloßen Rückmeldung: Es schafft Verständigung, Motivation und Beziehung. Studierende erleben Wertschätzung, Lehrende gewinnen Einblicke in die Wirksamkeit ihrer Lehre – beide Seiten lernen.

Fazit: Feedback in der Hochschullehre – warum Haltung wichtiger ist als ein Modell

Wenn Haltung und Sprache zusammenkommen, wird Feedback zu mehr als einer bloßen Rückmeldung: Es schafft Verständigung, Motivation und Beziehung. Studierende erleben Wertschätzung, Lehrende gewinnen Einblicke in die Wirksamkeit ihrer Lehre – beide Seiten lernen.

Häufige Fragen

Was ist Sandwich-Feedback?

Das Sandwich-Modell, wie es in vielen Lehrbüchern vermittelt wird, besteht aus vier Schichten: Stärken benennen, Schwächen aufzeigen, Anregungen geben und am Ende Lob aussprechen. Die Methode will Kritik „einbetten“, um Abwehrreaktionen zu verhindern.

Warum ist Sandwich-Feedback kein echtes Feedback?

In der Praxis entsteht oft das Gegenteil dessen, was die Methode will: Die Empfänger:innen spüren, dass das Lob nur als „Verpackung“ dient. Die Rückmeldung wirkt dann unter Umständen künstlich und wenig glaubwürdig. Wer nur formale Modelle abspult, erreicht selten nachhaltige Lernprozesse.

Was macht gutes Feedback in der Hochschullehre aus?

Feedback entfaltet seine Wirkung nicht durch das richtige „Rezept“, sondern durch die Haltung der Lehrenden. Entscheidend ist, ob Rückmeldungen wertschätzend, transparent und entwicklungsorientiert sind. Ebenso wichtig ist die Sprache: Respektvoll formuliertes Feedback öffnet Räume für Dialog, pauschal verurteilendes verschließt sie.

Wie formuliert man Feedback an Studierende? Beispiele

Statt „Das haben Sie falsch gemacht.“ lässt sich sagen: „Hier können Sie noch einen Schritt weitergehen.“ Statt „Das war nicht ausreichend.“ passt: „Mit X könnten Sie Ihre Argumentation noch klarer machen.“ Sprache lenkt die Wirkung, hin zu Wachstum oder Blockade.

Was bringt Feedback Lehrenden und Studierenden?

Wenn Haltung und Sprache zusammenkommen, wird Feedback zu mehr als einer bloßen Rückmeldung: Es schafft Verständigung, Motivation und Beziehung. Studierende erleben Wertschätzung, Lehrende gewinnen Einblicke in die Wirksamkeit ihrer Lehre. Vertiefen lässt sich das Thema in den Workshops für Dozierende von ISH Campus.

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