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Die systemische 13 · Teil 5

Anlass vs. Anliegen im Coaching

VonDennis Sawatzki2 Min. Lesezeit
Inhalt · 4 Abschnitte
  1. Einleitung: Anlass vs. Anliegen im Coaching – warum die Unterscheidung zentral ist
  2. Selbstbestimmt oder geschickt? Beides ist zunächst zweitrangig
  3. Wenn das Ziel nicht zum Coachee gehört: Ein typisches Risiko
  4. Praktische Reflexionsfragen: Anlass klären – Anliegen entwickeln

Einleitung: Anlass vs. Anliegen im Coaching – warum die Unterscheidung zentral ist

Ohne Veränderungswunsch kein Coaching! Dieser plakative Ausspruch soll Coaches dazu ermuntern, in der Auftragsklärung gründlich darauf zu achten, ob es ein Anliegen, mindestens jedoch einen Anlass zum Coaching gibt.

Der feine Unterschied: Anlass ≠ Anliegen

Der feine Unterschied zwischen Anlass und Anliegen besteht darin, dass es eine Situation oder Person braucht, die das Coaching veranlasst hat, selbst wenn das Anliegen des Coachees (also der Veränderungswunsch) zu diesem Zeitpunkt noch etwas nebulös sein sollte.

Selbstbestimmt oder geschickt? Beides ist zunächst zweitrangig

Somit ist es zunächst zweitrangig, ob der Coachee das Coaching selbstbestimmt aufsucht oder, z. B. von einer vorgesetzten Person, geschickt wurde.

Dreieckskontrakt & Rollenklärung: Wenn mehrere Parteien beteiligt sind

Selbstverständlich macht die Konstellation einen Unterschied, etwa in Form eines Dreieckskontraktes zwischen Coach, Coachee und Auftraggeber:in, in Bezug auf die Verschwiegenheit vs. Berichtslegung oder in punkto Veränderungsbereitschaft der Coachees. Doch auch in einem vorgegebenen Setting kann Freiraum entstehen. So können die Coachees zusammen mit ihren Coaches ein angemessenes und nützlich erscheinendes Anliegen herausarbeiten und hieraus ein konkretes Veränderungsziel ableiten. Dies kann bereits Teil der gemeinsamen Arbeit im Coaching-Prozess sein.

Wenn das Ziel nicht zum Coachee gehört: Ein typisches Risiko

Problematischer ist es, wenn der/die Vorgesetzte ein Coaching veranlasst und das Anliegen bzw. ein Veränderungsziel vorgibt, mit dem sich der/die Coachee nicht identifizieren kann. Hier liegt es in der Verantwortung der Coaches, sorgfältig zu prüfen, ob sie einen solchen Auftrag annehmen, ablehnen oder anpassen.

Praktische Reflexionsfragen: Anlass klären – Anliegen entwickeln

Hilfreiche Fragen zur Unterscheidung zwischen Anlass und Anliegen:

  • Anlass-Fragen (Auslöser klären) Anlass: Wer oder was hat dich dazu veranlasst, heute hier zu sein? Gibt es aktuelle oder jüngere Ereignisse oder Erfahrungen, die dazu beigetragen haben?

  • Anliegen-Fragen (Veränderungswunsch klären) Anliegen: Nun bist du hier. Welches Anliegen bringst du mit, das du bearbeiten möchtest? Und wenn du noch kein konkretes Anliegen mitbringst: Wie könnte ein solches lauten, bei dem es dir lohnend erscheint, sich damit zu befassen?

Um wessen Anliegen handelt es sich? Ist es dein eigenes? Oder eines, das dir “mitgegeben” wurde?

Häufige Fragen

Was ist ein Anliegen im Coaching?

Das Anliegen ist der Veränderungswunsch des Coachees, also das, was er oder sie im Coaching bearbeiten möchte. Es kann zu Beginn noch nebulös sein; dann können Coach und Coachee gemeinsam ein angemessenes Anliegen herausarbeiten und daraus ein konkretes Veränderungsziel ableiten. Das kann bereits Teil der gemeinsamen Arbeit im Coaching-Prozess sein.

Was ist der Unterschied zwischen Anlass und Anliegen im Coaching?

Der Anlass ist die Situation oder Person, die das Coaching veranlasst hat. Das Anliegen ist der Veränderungswunsch des Coachees. Ein Coaching braucht nach dem Grundsatz „Ohne Veränderungswunsch kein Coaching!“ ein Anliegen, mindestens jedoch einen Anlass.

Was tun, wenn der Coachee zum Coaching geschickt wurde?

Ob der Coachee das Coaching selbstbestimmt aufsucht oder etwa von einer vorgesetzten Person geschickt wurde, ist zunächst zweitrangig. Die Konstellation macht zwar einen Unterschied, etwa beim Dreieckskontrakt zwischen Coach, Coachee und Auftraggeber:in, bei Verschwiegenheit und Berichtslegung. Problematisch wird es, wenn ein vorgegebenes Ziel nicht zum Coachee passt: Dann prüfen Coaches sorgfältig, ob sie den Auftrag annehmen, ablehnen oder anpassen.

Mit welchen Fragen klärt man Anlass und Anliegen?

Für den Anlass: „Wer oder was hat dich dazu veranlasst, heute hier zu sein?“ und „Gibt es aktuelle oder jüngere Ereignisse oder Erfahrungen, die dazu beigetragen haben?“ Für das Anliegen: „Welches Anliegen bringst du mit, das du bearbeiten möchtest?“ Und zur Klärung, wessen Anliegen es ist: „Ist es dein eigenes? Oder eines, das dir ‚mitgegeben‘ wurde?“

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